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Belarus – Berührung mit der lebendigen Geschichte

Die ersten Menschen auf dem Gebiet, das heute Belarus einnimmt, erschienen vor etwa 100 Tsd. Jahren. Die ältesten Aufenthaltsorte der Vorzeitmenschen der Altsteinzeit wurden am Ufer der Flüsse Sozh und Pripet im Gebiet Gomel entdeckt (26-24. Jahrtausende v. u. Z.). Die Artefakte der Bronzezeit, die durch die Archäologen auf dem ganzen Territorium der Republik Belarus gefunden wurden, zeugen davon, dass der Ackerbau und die Viehzucht die führenden Beschäftigungen der Ortsbewohner seit uralten Zeiten waren.

Durch Belarus reisend kann man den bekannten Weg von den Warägern zu den Griechen wiederholen, den der Heilige Apostel Andreas der Erstberufene zurückgelegt hat. Diese wichtige Wasserstraße diente als Kernstück für die Bildung des ostslawischen Staates, der aus Geschichtsbüchern als Kiewer Rus bekann ist. Der Stammvater der belarussischen Staatlichkeit und das geistige Zentrum des Landes wurde Polozk. Eine der ältesten Städte von Belarus ist noch heute das wahrhaftige „touristische Mekka“.

Das in den XIII-XIV. Jahrhunderten entstandene Litauische Großfürstentum war ein mächtiger Staat, der den Außendrohungen widerstand. Im Mittelalter nannte man Belarus „Land der Schlösser“: jede 20-30 km voneinander entfernt standen befestigte Städte und Städtchen, unter deren Schutz sich die Bevölkerung aus der Umgebung versammelte. Ende Sommer 1385 wurde die Krewer Union – eine dynastische Union zwischen dem Litauischen Großfürstentum und  dem Polnischen Königreich — angenommen. Als Ergebnis dieser Union erweiterten sich die Grenzen des vereinigten Staates dank ukrainischen, belarussischen und russischen Gebieten bis zur Küste des Schwarzen Meeres.

Die Bedingungen der Krewer Union galten bis zum Jahr 1569, als Litauen und Polen die Union von Lublin unterzeichneten, die zwei Staaten in die Konföderation Polen-Litauen vereinigte. Das gab einen neuen Schub zur Entwicklung belarussischer Städte. Innerhalb von zehn Jahren war Grodno die Königsresidenz des Staathalters von Rzecz Pospolita Stephan Báthory. Auf dem Territorium von Belarus wurden neue Schlösser und Klosterkomplexe errichtet.

1772 wurde die erste Teilung von Rzecz Pospolita vorgenommen und einige Länder des föderativen Staates wurden in das Russische Reich aufgenommen. 1793 — 1795 wurden noch zwei Teilungen von Rzecz Pospolita vorgenommen, nach denen Rzecz Pospolita ihre Existenz aufhörte und von der politischen Landkarte verschwand. Die Akte der Abdankung des letzen Königs von Rzecz Pospolita Stanislaus II. August Poniatowski wurde am 25. November 1795 im Neuen Könisschloss in Grodno unterzeichnet.

Es ist bemerkenswert, dass das Ende des Russischen Reiches mit Belarus verbunden ist: im Februar 1917 wurde Mogiljow zum dritten nach Petersburg und Moskau wichtigsten Zentrum Russlands – seine Militärhauptstadt. Gerade hier stellte Nikolaus II. seine Abschiedsanrede an die russische Armee zusammen. Am 21. März stieg der letzte russische Zar in den Zug am Bahnhof in Mogiljow, wo ihm die Verhaftung angekündigt wurde.

1941 bekam Belarus als eines der ersten den Schlag von Faschisten und verlor während des Großen Vaterländischen Krieges jeden dritten Einwohner. Die Symbole der Tapferkeit des belarussischen Volkes wurden Brester Festung, der den Titel Heldenfestung verliehen wurde, und Chatyn, das Andenken an die 600 durch die Faschisten verbrannten belarussischen Dörfer wachhält. Zum Zentrum der patriotischen Erziehung der Jugend sind heute die Gedenkkomplexe „Bujnitschskoje Pole“, wo die Soldaten 23 Tage  Mogiljow verteidigten, und „Stalin-Linie“, der restaurierte Teil des Territoriums der Minsker Verteidigungslinie geworden. Mit der Lebensweise der Partisanen machen die Freilichtmuseen in Gebieten Witebsk und Gomel bekannt.

70 Jahre in der UdSSR veränderten wesentlich Belarus, sie verwandelten es aus dem Agrargrenzgebiet des Russischen Reiches in eine industriell entwickelte Republik.

Gerade in den sowjetischen Jahren erschienen auf dem Territorium von Belarus die industriellen Riesen, die bis jetzt eine wichtige Rolle in der Weltwirtschaft spielen: Belarussisches Automobilwerk (BelAZ), Minsker Automobilwerk (MAZ), Minsker Traktorenwerk (MTZ), Belarussisches Eisenhüttenwerk (BMZ), Belaruskali.

Belarus  musste zum dritten Mal zum Schauplatz der Ereignisse im Schicksal des Imperiums werden, diesmal des Sowjetischen Imperiums. Im kleinen Dorf Wiskuli haben die Staatschefs von Belarus, Russland und der Ukraine das bedeutsame Abkommen über das Aufhören des Bestehens der UdSSR unterzeichnet.

Nachdem Belarus die Unabhängigkeit und staatliche Souveränität gewann, nahm es seinen Platz auf der politischen Landkarte der Welt ein. Heute nimmt Belarus an den wichtigsten internationalen Ereignissen aktiv teil und schreibt sein Kapitel in das Lehrbuch der Neuesten Geschichte ein (nähere Information siehe. Abschnitt „Außenpolitik“).

Majestätische Ruinen des Schlosses in Nowogrudok. Foto: Dmitrij Borowskij.