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Belarussischer Beitrag in die Welt-Architektur-Schatzkammer

Im Mittelalter kannte man Belarus als „Land der Schlösser“. In 20-30 km standen befestigte Städte und Städtchen, wo sich die Ortsbevölkerung zum Zweck des Schutzes versammelte. An der Anzahl der Architekturdenkmäler steht Belarus keinem europäischen Land nach. Außerdem gibt es in der Welt keine Analoga zu vielen belarussischen Sehenswürdigkeiten.

In die Weltschatzkammer der Kultur sind Belowezhskaja Puschtscha, Schloss Mir, Palast- und Parkkomplex Neswizh und Struve-Bogen eingeschlossen. Die Experten von UNESCO untersuchen aufmerksam auch etwa zwei Dutzende Objekte, die sich auf dem Territorium der Republik Belarus befinden und die in die Liste des Welterbes eingeschlossen sein können.

Das sind:

Der Augustow-Kanal ist eine einzigartige hydrotechnische Einrichtung der ersten Hälfte des XIX. Jhs. Er stellt ein kompliziertes System der Wasserstraßen, Flüsse, Seen und mit ihnen verbundener Schiffs- und Überlaufschleuse dar. In der Welt gibt es nur drei solche Kanäle: Kaledonischer Kanal im Großbritannien, Göta-Kanal im Schweden. Aber weder britischer noch schwedischer Kanal haben keinen solchen Ausmaß: künstlich ausgegrabene Kanäle mit der Gesamtlänge von etwa 45 Kilometer haben mehr als 35 Kilometer der Flussbetten und 21 Kilometer der Oberflächen der Seen verbunden und den 54-Meter-Unterschied der Zeichen des Wasserspiegels abgeglichen. Der Kanal wurde mit dem Gebrauch der zu jenem Zeitpunkt neusten Technologien auf Grundlage der Erfahrung von berühmtesten deutschen, englischen und schwedischen Kanälen gebaut und galt rechtlich als Erreichung des europäischen Ingenieurgedankens seiner Zeit. Dank diesem Kanal sind alle Stammflüsse des Mittel- und Osteuropas verbunden. Die Gesamtlänge des Kanals beträgt heute 102,5 Kilometer, davon 22 Kilometer über das Territorium von Belarus durchgehen (von der belarussisch-polnischen Grenze bis zur Einmündung in den Neman).

Die Kathedrale der Heiligen Sofia in Polozk ist ein hervorragendes Muster des belarussischen Spätbarocks, Symbol der Gleichheit (mit dem zweiten Rom- Konstantinopel) und Rivalität (mit Kiew und Nowgorod, wo sich auch die Kathedralen zu Ehre der Heiligen Sofia befanden). Heutzutage hat das Denkmal der Sakralbaukunst ein Aussehen, in dem es von dem Architekten Johann Cristoph Glaubitz restauriert wurde.

Die Kathedrale der Heiligen Sofia in Polozk ist ein hervorragendes Muster des belarussischen Spätbarocks. Foto: Alfred Mikus.

Der Turm von Kamenez ist das Denkmal der Verteidigungsbaukunst des XIII. Jahrhunderts. Die Stütze von Kamenez  wurde nach der Order des wolhynischen Fürsten Wladimir Wasilkowitsch zwischen 1276 und 1288 als Hauptelement des Verteidigungssystems an der westlichen Grenze des Wolhynischen Fürstentums gebaut. Der runde Turm ohne horizontale und vertikale Aufgliederungen hat einen Außendurchmesser von 13,5 Meter, ragt am Ufer des Flusses Lesnaja fast in die 30-Meter-Höhe. Die Dicke der kirschroten Ziegelwände diese Donjons erreicht 2,5 Meter.

Die Boris- und Gleb-Kirche in Grodno wurde im Jahr 1180 vom Baumeister Pjotr Milanega am hohen Ufer des Flusses Neman im für die Heiden heiligen Ort im Waldort Kolozhan gebaut. Das ist die älteste christliche Kirche im Gebiet Grodno. Die Kalozha Kirche wurde am Anfang der XVI-XVII. Jahrhunderte erneuert. Die Erdrutsche drohten nicht einmal dem Denkmal der Sakralbaukunst innerhalb von zwei letzten Jahrhunderten.

Die Boris- und Gleb-Kirche in Grodno. Foto: Dmitrij Borovskij.

Das St. Nikolaus-Frauenkloster in Mogiljow ist ein Muster der Schule der monumentalen Sakralbaukunst, die sich in den XVII – XVIII. Jahrhunderten bildete. Eine geschickte Vereinigung von altrussischen und westeuropäischen Bauverfahren wurde ihre Charaktereigenschaft.

Befestigungsanlagen von Brester Festung. Das historische Denkmal der Epoche des Russischen Reiches, das das Symbol der Tapferkeit des belarussischen Volkes wurde, hat am 26. April 2012 das 170. Jubiläum gefeiert. Am Anfang ihrer Existenz galt Brester Festung als eine der vollendetesten Festungswerke des Russischen Reiches.

Das Schloss- und Parkensemble in Gomel ist das Architekturdenkmal der zweiten Hälfte der XVIII-XIX. Jahrhunderte. Der Komplex besteht aus sechs Museumsobjekten. Alle Gebäude sind Denkmäler der XVIII–XIX. Jahrhunderte. Das Hauptobjekt ist der Palast von Rumjantsewy und Paskewitschy. Die Abbildung dieses Komplexes befindet sich auf dem Bankzettel Br20 000 der Nationalbank der Republik Belarus.

Das Architekturensemble auf dem Unabhängigkeitsprospekt in Minsk — eine der Haupttransportmagistralen der Hauptstadt – ist das Denkmal des Städtebaus der sowjetischen Epoche, das den architektonischen Wert sowohl für die Republik als auch für die ganze Welt darstellt. Der Stil der Gebäude des Unabhängigkeitsprospektes ist „Stalin-Empire“, seine Gebäude auf den linken und rechten Seiten sind fast das Spiegelbild von einander. Das Architekturensemble auf dem Unabhängigkeitsprospekt ist in die 10-bändige Enzyklopädie „Weltarchitektur 1900-2002“ unter der Tausend bester Werke der Weltarchitektur.

HolzkirchenvonbelarussischenPolessje auf dem Territorium der Gebiete Brest und Gomel. Es gibt fast keine Analoga in Europa zu den belarussischen Kirchen, die in den ХVI-ХIХ. Jahrhunderten gebaut wurden. Und im Gebiet Brest sind 112 Sakralbauten aus Holz erhalten. 88 von ihnen kann man einzigartig nennen – es gibt keine zwei gleichen Kirchen. Auf einigen sind Kreuze aufgestellt, die unter dem Einfluss des Heidentums geschafft wurden. Die Experten schlagen vor, alle Holzkirchen und Bauten von Polesje in ein grenzüberschreitendes Objekt, eine so genannte „Holzhalskette“ zu vereinigen. Dieses Objekt wird nicht nur die Gebiete Brest und Gomel sondern auch das Territorium von Polen und vielleicht von der Slowakei umfassen.

Kirche der Geburt der Heiligen Jungfrau in Murowanka. Foto: Dmitrij Borovskij.

Sakralbauten des Verteidigungstyps:

Die katholische Kirche St. Johannes der Täufer in Kamai, Kirchen in Murowanka und Synkowitschy

Die moderne belarussische Architektur ist auch von Interesse: das originelle Gebäude der Nationalen Bibliothek ist mehrmals in den Listen der ungewöhnlichen gestalterischen Lösungen erwähnt. Heute ist der belarussische „Diamant“ nicht nur einzigartiges Kultur- und Aufklärungs-Zentrum, ein wahrer Tempel des Buches, sondern auch beliebtes Erholungsort von Minsker und Gäste der Hauptstadt. Von der Aussichtsplattform der Nationalen Bibliothek, die sich auf der Höhe von 72 Meter befindet, kann man die ganze Stadt sehen.

Belarussischer «Diamant» des Wissens. Foto: Dmitrij Borovskij.