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Jakub Kolas (1882–1956)

Klassiker der belarussischen Literatur

Jakub Kolas leistete einen wesentlichen Beitrag in die nationale und Weltliteratur. Seine Werke sind in mehr als 40 Sprachen der Welt übersetzt. Seine wichtigsten Errungenschaften sind: Erweiterung der Genremöglichkeiten der belorussischen Literatur, Bereicherung der nationalen Dichtkunst mit philosophischer und landschaftlicher Lyrik, Verbindung der Lyrik mit Ethos, Grundlegung des belorussischen Romans und der belorussischen Kinderliteratur, Schaffung von Normen der belorussischen Schriftsprache.

Sein Leben und seine Tätigkeit sind von  Edelheit, Ungleichgültigkeit, gründlicher Herangehensweise an Alles im Leben, Treue den Prinzipien, Behauptung seiner Ansichten, Liebe zu der Heimat und seinem Volk, Sorge um Erhaltung der Eigenständigkeit von Belorussen und Protest gegen jede Unterdrückung des Menschen человека durchdrungen.

Schöpferischer Lebenslauf

Jakub Kolas (Konstantin Mitskevich) wurde am 22. Oktober (3. November) 1882 im Dorf Okinchitsy (jetzt das Territorium der Stadt Stobtsy) in der Familie eines Waldwächters geboren. Schloss die Volksschule und 1902 das Nesvizher Lehrerseminar ab. Arbeitete als Lehrer in Pinsker Region. 1906 nahm an der Organisation einer illegalen Lehrerversammlung teil, wofür ihm für zwei Jahre das Recht genommen wurde, Kinder zu schulen. Nach zwei Jahren nahm er an der gleichen Versammlung wieder teil und wurde zur Freiheitsstrafe verurteilt, die er im Minsker Gefängnis abbüßte (1908–1911).

Die erste Veröffentlichung – das Gedicht „Unser Heimatland“ – erschien in belorussischer Zeitung „Nascha Dolja“ (Unser Schicksal) im Jahre 1906. Während der Haft, im Jahre 1910, erschien sein erster Sammelband von Gedichten „Wehmutslieder“.

In den Jahren 1912–1914 haben noch sechs seiner Prosabücher und einzelne Ausgaben das Licht der Welt erblickt: „Heimatliche Gestalten“, „Nemans Gabe“ und andere.

Während des Ersten Weltkrieges, im Jahre 1915, zog Kolas zusammen mit der Familie in die Umgebung von Moskau um, arbeitete als Lehrer im Dmitrower Bezirk. Im gleichen Jahr wurde er zur Armee eingezogen. Nach der Demobilisation arbeitete er als Lehrer im Kursker Gebiet.

Im Mai 1921 zog er nach Minsk um, unterrichtete an der Minsker belarussischen pädagogischen Fachschule, der Belarussischen staatlichen Universität, den Kursen für Lehrer. Übte aktiv schöpferische und wissenschaftliche Tätigkeit aus. 1926 wurde sein Buch „Methodik der Muttersprache“ ausgegeben. 1929 nach der Erklärung der Gründung der Akademie der Wissenschaften von Belarus wurde Jakub Kolas zum Vize-Präsidenten von der.
Den Volksruhm brachten dem Schöpfer Poeme „Simon der Musiker“, „Hütte des Fischers“, Erzählungen „Auf den Weiten des Lebens“, „Abweichler“, „Moor“, Trilogie „An der Kreuzung der Wege“. Zur Spitze seines Schaffens wurde zweifellos das Poem „Das Neue Land“:
Mein liebes Land, du bist mir so lieb!
Ich habe keine Kraft, dich zu vergessen…
Dichterin und Übersetzerin aus Großbritannien Vera Rich hat sehr hoch dieses Poem geschätzt und es mit altrömischen Tragödien, mit Dramas und Tragödien von Shakespeare verglichen.

Gekonnte Darstellung der heimatlichen Natur, tiefe Kenntnis der Psychologie des belarussischen Bauerntums – Kolas teilte alles, womit das belarussische Volk beschäftigt war, wovon es träumte und woran es dachte.

Jakub Kolas übte eine vielfältige gesellschaftlich-politische Tätigkeit aus. Er war Mitglied des zentralen Exekutivkomitees der BSSR, Deputierter des Obersten Sowjets der UdSSR und der BSSR, Vorsitzender des Belarussischen republikanischen Komitees des Schutzes des Friedens.

Er trat als Literaturkritiker, Dolmetscher und Publizist auf.

Jakub Kolas ist am 13. August 1956 gestorben. Begraben am Militärfriedhof in Minsk.

Zum Andenken an den Dichter

Die Werke des Schriftstellers sind in der Theater-, Musik- und Filmkunst dargestellt.

Den Namen von Kolas tragen das Institut der Sprachkunde und die Zentrale wissenschaftliche Bibliothek der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus, das Nationale akademische Drama-Theater in Vitebsk, das große polygraphische Unternehmen in Minsk, die Straßen in Borissow, Wolgograd, Kiev, Perm, Minsk, der Platz und die U-Bahn-Station in der belorussischen Hauptstadt, die Schulen und die Bibliotheken in belorussischen Städten. Das Denkmal des Dichters ist im Zentrum der Hauptstadt von Belarus auf dem Platz, der seinen Namen trägt, aufgestellt.

Regelmäßig finden die dem Schaffen von Kolas gewidmete internationale wissenschaftliche Konferenzen statt. Das 100-jährige Jubiläum des belorussischen Dichters wurde auf Beschluss von UNESCO im internationalen Maßstab gefeiert. 1996 wurde der Internationale Jakub – Kolas – Fonds geschaffen.

In Minsk fungiert das Staatliche literarische Jakub – Kolas — Gedenkmuseum. In der Heimat des Dichters ist die Filiale des Museums „Mikalajeuschtschyna“ eröffnet, die vier Gedenkhöfe vereinigt: Smolnja, Okintschitsy, Albut und Laste.

1957 wurde die Postmarke der UdSSR mit der Abbildung von Jakub Kolas ausgegeben. 1992 gab die Zentralbank der Russischen Föderation eine Gedenkmünze zum Andenken an den Dichter aus. 2002 wurden in Belarus eine Münze und eine Marke ausgegeben, die dem 120-jährigen Geburtstag von J. Kolas gewidmet sind.