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Theater-Belarus: von Batlejka bis Perphomans

Die belarussische Theatergeschichte zählt mehr als ein Jahrhundert. Das belarussische Berufstheater entwickelte sich aus alten Volksbräuchen, Schaffen der Wanderburschen, Hoftruppen der belarussischen Magnaten, Tätigkeit der Liebhaberkollektiva der XIX–XX. Jahrhunderte. 

Aber das fahrende Volk im belarussischen Land trat nicht nur auf, sondern fasste Grundlagen seiner Berufsmeisterschaft. Es ist bekannt, dass es in Smorgon bis zu Mitte des XIX. Jhs. eine in Europa einzige Bärenakademie war. Die im Wald gefangenen Bärenjungen wurde das Tanzen beigebracht, dann die Hanswürste fuhren mit ihnen auf die Jahrmärkte nach Russland, Polen, Ungarn, Deutschland.

Die hervorragendste Seite in der Geschichte der Volks-Theater-Kunst ist das belarussische Batlejka. Die Tradition des Weihnachts-Batlejka legte St. Franz von Assisi im XIII. Jh. in Italien. Aber in Belarus stellte fahrendes Volk im XVI. Jh. nicht nur kanonische Sujets sondern auch Szenen aus Leben vor, diese Kunst wurde durch das Volk anerkannt und ist bis zum heutigen Tag erhaltet. Die Tradition unterstützen in unsere Zeit viele Puppenbühnen der Republik, fast in allen katholischen Kirchen kann man zu Weihnachten die Aufführung in Genre von Batlejka sehen.

Nur in die Epoche des Großfürstentums Litauen war Belarus wahrlich Theatermacht. Es ist bekannt, dass viele Arten der Aufführungen, nämlich Schul-, Welt-, Hofaufführungen, auf dem belarussischen Territorium früher als bei den Nachbarn entstanden. Jeder belarussischer Magnat strebte nach der Gründung seines Theaters, deshalb wurden in Palästen Räume für die Aufführungen angepasst oder speziell gebaut. Graphen Tyschkewitschy in Pleschtschenitsy und Swislotsch, I. Khreptowitsch in Schtschorsy, Fürst Ljubomirskij in Dubrowna, Graph S.G. Tschernyschow in Tschetschersk und Mogiljow hatten Theatersäle. Diese Säle wurden in der Regel von den italienischen Baumeistern gebaut. Der Bau des ersten speziellen Theatersaales begann in der Residenz von Radziwilly in Neswizh im Jahr 1746. Das Theater von Michail Oginski in Slonim, das in den Jahren 1775-1781 errichtet wurde, war eines der größten und technisch ausgerüsteten Theater in Europa. Das Theater von Soritsch in Schklow war so genannte Grundlage der Truppe des kaiserischen Theaters von Petersburg.

Die Traditionen der belarussischen Theaterkunst sind auch heute gefragt. Das Ballett des Großtheaters tippt auf die Klassik: in seinem Spielplan gibt es 30 Balettaufführungen. Aber von Jahr zu Jahr ist der populärste „Nussknacker“.

Klassik des Ballettes auf der belarussischen Bühne. Foto: interfax.by.

Die belarussische Oper erlebt die nächste Windung der Entwicklung. Die Aufführungen des Großtheaters werden unveränderlich vor ausverkauftem Hause gespielt. Besonders beliebt bei Belarussen und Gästen der Republik sind Opernabende auf Freiflächen – vor dem Gebäude in der Hauptstadt und an den Wänden des Schlosses Mir.

Noch ein Kollektiv – Republiktheater der Belarussischen Dramaturgie (RTBD) – dessen künstlerischer Leiter Walerij Anisenko ist, lädt die Liebhaber der Theaterkunst in den Hof in Khotezhino ein. „Tschechov na plenere“ ist das Autorenprojekt von Walerij Anisenko. Er will die Zuschauer in die Atmosphäre „Möwe“ von Tschechov tauchen und verspricht viele Überraschungen: Teetrinken von Tschechov, Rollen auf der Schaukel, Photosessionen und informelle Kommunikation mit den Künstlern des Theaters, unter ihnen sind Volkskünstlerin von Belarus Tatjana Marchel, verdienter Schauspieler von Belarus Igor Sigow, Besitzerin der Medaille von Franzisk Skorina Galina Tschernobajewa, Walentin Solowjow u.a.

Das nationale akademische Theater Oper- und Balletttheater. Foto: interfax.by.

Das Nationale akademische dramatische Theater namens M. Gorkij öffnete die 80. Jubiläums-Theatersaison im September 2012 mit einer der hervorragendsten Aufführungen – Vorstellung „Pane Kochanku“ von Andrei Kureitschik in der Aufführung des Hauptregisseurs des Theaters Sergej Kovaltschyk. In den Spielplan der neuen Saison sind auch Erstaufführungen des vergangenen Jahres „Pygmalion“ von B.Schow, „Kummer durch Verstand“ von A. Gribojedov, „Intime Komödie“ von N. Coward und der „Geheimnisvoller Besuch“ von F. Dürrenmatt. Im 2013 wird das Kollektiv des Theaters die Zuschauer mit der Aufführung „Dämonen“ von F. Dostojewski (Inszenierung von N. Rudkowskij in der Aufführung von Sergej Kovaltschyk) erfreuen.

Das Theaterleben von Belarus ist mit glänzenden Festivalereignissen gesättigt. Die Bühnemaster kommen nach Belarus, um ihre besten Werke vor Gericht der Theaterpersönlichkeiten und Zuschauer vorzustellen. Seit 1996 wird das Internationale Theaterfestival „Belaja Vezha“ durchgeführt. Mogiljow wurde einen Platz für das Internationale jugendliche Theaterforum „M@art.Kontakt“. In Witebsk wird in Rahmen des Internationalen Künstefestivals „Slawjanskij Bazar“ das vom Publikum beliebte Programm „Theatertreffen“. Die Hauptstadt empfängt das Internationale Festival der Theaterkunst „Panorama“, das Internationale Festival der Studententheater „Theaterkufar“, das Internationale Forum der Theaterkunst „TEART“ (Minsk), das Belarussische internationale Festival der Puppenbühnen.