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Belarussische Wissenschaft: Übergang zur Innovationswirtschaft

Die Organisation von Produktionen, die auf der geistigen Arbeit beruhen, ist ein perspektivvollster Sprung in der wirtschaftlichen Entwicklung von Belarus.

Die wissenschaftliche Oberorganisation des Landes ist die Nationale Akademie der Wissenschaften von Belarus. In der letzten Zeit wurde ihre Struktur bemerkbar reorganisiert: es wurden neue Typen von Organisationen (Forschungs- und Praktikumszentren und -Vereinigungen) gegründet, die Ansätze und die Methoden der Steuerung der Innovationstätigkeit wurden vervollkommnet. Die Thematik der fundamentalen und angewandten Untersuchungen der Akademie wird heute nur gemäß Prioritäten der Wirtschaft gestaltet. Dabei stellen die Wissenschaftler ihren Auftraggebern den vollen Komplex von Dienstleistungen zur Verfügung: von der wissenschaftlichen Idee bis zu konkreten Entwicklungsarbeiten und der Produktionsorganisation.

Wissenschaftlich-technische Zentren nehmen in der Innovationsstruktur nicht den letzten Platz ein. Sie erhöhen die Effizienz der Zusammenarbeit der Wissenschaft und der Produktion in Landwirtschaft, Metallurgie, Maschinenbau und anderen Branchen.

Die belarussischen Wissenschaftler haben zum ersten Mal den roten Smaragd gezüchtet. Foto: Gennadij Zhinkow (BelTa).

Das staatliche Komitee für Wissenschaft und Technologien der Republik Belarus ist ein Organ der staatlichen Verwaltung, das die Funktion der Regelung und Verwaltung in Bereichen der wissenschaftlichen, wissenschaftlich-technischen und innovativen Tätigkeit ausübt. Außerdem ist das Komitee ein Garant des Schutzes der Rechte auf die Objekte des geistigen Eigentums. Aber die Hauptaufgabe des Komitees ist die Gründung von Innovationsunternehmen, die die Herstellung von exportorientierten innovativen Produkten mit hohem Mehrwert ermöglichen.

Errungenschaften belarussischer Wissenschaftler

Im Juni 2012 wurde Belarus zur Weltraumgroßmacht. Vom Kosmodrom „Baikonur“ im Kasachstan wurde der belarussische Satellit der Fernerkundung der Erde gestartet. Der kosmische Apparat wurde ins Weltall im Cluster aus 5 Apparaten – zusammen mit russischen „Kanopus-B“ und MKA-FKI („Sond-PP“), deutschem TET-1 und kanadischen ADS-1B gestartet.

Der belarussische kosmische Apparat sichert volle Deckung mit der kosmischen Aufnahme des Gebiets von Belarus. Sein Gewicht ist ca. 400 kg, die Auflösung im panchromatischen Bereich ist ca. 2 m. Der belarussische kosmische Apparat hat hohe dynamische Eigenschaften, das bedeutet, dass er manövrierfähig ist und sich auf der Umlaufbahn umgestalten kann, um unter dem notwendigen Winkel aufzunehmen.

Dank dem Start des Satelliten kann Belarus das selbständige System der Fernerkundung der Erde schaffen, dies ermöglicht den Verzicht auf Dienstleistungen anderer Staaten in den Fragen der Beziehung und Verarbeitung der Weltraumsinformation. 

Supercomputer „SKIF-GRID“

Die Wissenschaftler des Vereinigten Institutes für Probleme für Informatik der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus entwickelten den Supercomputer „SKIF-GRID“ auf der Grundlage von 12-Kern-Prozessoren AMD Opteron und graphischen Beschleuniger-Prozessoren. Das ist die produktivste Konfiguration in der Familie der belarussischen Modelle des Supercomputers „SKIF“. Die Spitzenleistung beträgt ohne Berücksichtigung der Beschleunigung der graphischen Prozessoren 8 Teraflops.

Laser der neuen Generation

Die Mitarbeiter des Instituts für Physik der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus entwickelten Laser der neuen Generation. Das Gebiet ihrer Anwendung ist breit: von der Medizin bis zur Industrie. Im Unterschied zu den traditionellen Lasern sind diese viel ungefährlicher für die Augen. Außerdem sind sie kleiner und funktionaler. Es ist zu erwarten, dass in der Zukunft Geräte und Technologien mit ihrer Anwendung die Arbeit von Fachleuten aus verschiedenen Branchen der Volkswirtschaft erleichtern. Parallel sind die neuen Entwicklungen der belarussischen Physiker im Ausland gefragt.

Medizinische Errungenschaften

Die Mitarbeiter des Instituts für physisch-organische Chemie der Nationalen Akademie der Wissenschaften entwickelten eine Serie von originellen Präparaten auf der Grundlage von Aminosäuren und ihrer modifizierten Ableitungen. Diese Arzneimittel haben verschiedene therapeutische Wirkung, einschließlich der Arzneimittel für die Behandlung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen „Asparcam“, Radio-Protektor-Präparat „Taurine“, Immunokorrektor „Leucine“, Antialkohol-Präparate „Teturamum“ und „Glian“. Im Stadium der Entwicklung befinden sich antineoplastische, antinarkotische Präparate, Antianämikum und andere Mittel. Bis 2015 wird der Anteil der inländischen Arzneimittel auf dem Innenmarkt von Belarus in Bezug auf den Wert bis 50% wachsen.

Im Institut für Genetik und Zytologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften wurde das einzigartige Zentrum von DNA-Biotechnologien eröffnet. Die neue Struktur ermöglicht eine effizientere Einführung der Errungenschaften der Genetik und Genomik in das Gesundheitswesen, die Landwirtschaft, den Sport und den Umweltschutz von Belarus. Die Spezialisten des Instituts begannen das moderne Versuchsgelände für Versuche der genmanipulierten Pflanzen zu schaffen. Hier werden neue genmanipulierte Sorten der landwirtschaftlichen Pflanzen gezüchtet und die ersten Versuche durchgeführt werden.

Belarussische und russische Wissenschaftler bekamen zum ersten Mal aus genmanipulierten Ziegen Lactoferrin des Menschen. Es besitzt einzigartige Antikrebseigenschaften, antibakterielle Eigenschaften und Anti-Allergen-Eigenschaften. In vielen Ländern sind die Technologien der Gewinnung von Lactoferrin aus Kuhmilch schon beherrscht. Aber die Methodik, die von belarussischen und russischen Wissenschaftlern entwickelt wurde, hat wesentliche Vorteile gegenüber den ausländischen. In einem Liter Milch von den genmanipulierten Ziegen gibt es etwa sechs Gramm Lactoferrin, das ist eine der höchsten Kennziffern in der Welt. Bis 2015 rechnen belarussische Wissenschaftler mit der  Umsetzung von zwei wichtigen Projekten: Bau eines speziellen Landwirtschaftsbetriebes und eines experimentellen verarbeitenden Moduls, wo man den Eiweißstoff abscheiden und Produkte mit  Lactoferrin gewinnen kann.

Know-how belarussischer Wissenschaftler

Die Wissenschaftler aus Belarus haben den roten Smaragd gezüchtet, so was ist noch niemandem gelungen. Der ungewöhnliche Edelstein wurde zum ersten Mal im Forschungs- und Praktikumszentrum der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus für Rohstoffkunde gezüchtet. In der Natur begegnet uns der rote Smaragd sehr selten. Er wird nur in einem Ort auf der Erde – im Gebirge Wacho-Wacho gewonnen, das sich im Staat Utah, die USA, befindet. Der künstliche Analog misst sich mit dem gediegenen Metall an Schönheit, Zusammensetzung und Qualität, dafür ist er fast 100 Mal billiger.

Das Forschungs- und Praktikumszentrum für Rohstoffkunde beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Erzeugung von synthetischen Smaragden und Rubinen, indem es nach Worten von Fachleuten eine würdige Nische auf dem Juwelier-Weltmarkt eingenommen hat. In ihm werden jährlich etwa 6 Mio. Karate von Edelsteinen „gewonnen“.